In fortgeschrittenem Alter litt Masur an der Parkinson-Krankheit. Im Frühjahr 2012 brach er sich bei einem Auftritt in Paris das Schulterblatt. Ein Jahr später stürzte er in Tel Aviv und brach sich die Hüfte. Bis zu seinem Tod war er Ehrendirigent in Leipzig.

Der in Schlesien geborene Masur begann schon mit fünf Jahren, sich selbst das Klavierspiel beizubringen. Eigentlich wollte er Organist werden. Doch als 16-Jähriger erfuhr er, dass seine Finger wegen einer genetischen Sehnenverkürzung im Laufe der Zeit verkrüppeln werden. Hinfort verlegte er sich aufs Dirigieren. Masur studierte an der Musikhochschule Leipzig, wurde dann Kapellmeister in Halle, Erfurt und an der Leipziger Oper, war Chefdirigent bei Walter Felsenstein an der Komischen Oper Berlin sowie Chefdirigent bei den Dresdner Philharmonikern.

Im August 1970 trat der Ingenieurssohn in die Fußstapfen von Felix Mendelssohn Bartholdy – als Kapellmeister des Leipziger Gewandhauses. „Ich bin mit den Musikern gewachsen. Es war ein Geschenk, ein gegenseitiges Geben und Nehmen“, sagte er Jahrzehnte später. Masur prägte den besonderen Klang des Gewandhausorchesters. Er absolvierte mit seinen Musikern 900 Tourneekonzerte; zu DDR-Zeiten auch im „kapitalistischen Ausland“. 1981 erfüllten ihm die DDR-Oberen sogar den Traum einer neuen Spielstätte. „Ich wurde ausgelacht, als ich sagte, das neue Gewandhaus wird gebaut“, erzählte Masur. Das Gewandhaus wurde gebaut.

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