Medikamente

Liste der Parkinson-Medikamente in Deutschland zum download:

www.parkinson.de/sites/default/files/pics/parkinsonmedikamente_deutschland_201707.pdf

und hier ein Text von der Internetpräsenz der „Parkinson Society Canada“ (Stand2011!):

Welche Medikamente gibt es zur Behandlung von Parkinson-Symptomen?
Da viele motorische Symptome von Morbus Parkinson mit einem Mangel des chemischen Botenstoffs Dopamin im Gehirn verbunden sind, zielen die meisten Anti-Parkinson- Medikamente darauf hin, das Dopamin momentan zu ergänzen bzw. imitieren. Die von Health Canada1 genehmigten Medikamente sind unten zusammengefaßt. Einzelheiten bzgl. Wirksamkeit und Nebenwirkungen erhalten Sie auf Anfrage von Ihrem Arzt.

Levodopa (Levodopa/Benserazid [Prolopa®], Levodopa/Carbidopa [Sinemet®, Sinemet® CR])

  • Wird im Gehirn in Dopamin umgewandelt und zur Ergänzung von Dopamin in Nervenzellen gespeichert
  • Wird mit einem anderen Medikament (Carbidopa oder Benserazid) verbunden, um mehr Levodopa ins Gehirn zu bringen und Nebenwirkungen zu verringern
  • Hilft bei Steifheit (Rigor) und Bewegungsstörungen
    Nebenwirkungen einschließlich Dyskinesien* (unwillkürliche, rastlose Bewegungen)
  • Wirkung kann im Verlauf der Langzeitbehandlung vorzeitig „Nachlassen“*
    *Siehe unten für Terminologie

Dopamin-Agonisten (Bromocriptin [Parlodel®], Pramipexol [Mirapex®], Ropinirol [ReQuip®])

  • Imitieren die Wirkung von Dopamin
  • Können allein zur Erstbehandlung und in Kombination mit Levodopa im fortgeschrittenen Stadium verwendet werden
  • Nebenwirkungen einschließlich Müdigkeit, Halluzinationen (Sinnestäuschungen), geschwollene Beine und Zwangsvorstellungen bzgl. Nahrungsmitteln, Sex und Aktivitäten wie Einkaufen, Glücksspiele und Internet

Amantadin (Symmetrel®)

  • Stimuliert die Freisetzung von Dopamin und hemmt Glutamat, ein anderer Neurotransmitter im Gehirn
  • Zur Frühbehandlung von Symptomen
  • Kann Dyskinesien reduzieren und das „Nachlassen“ der Wirkung vermindern

COMT-Hemmer (Entacapon [Comtan®])

  • Hemmen ein Schlüsselenzym, das am Abbau von Dopamin beteiligt ist, bevor es das Gehirn erreicht
  • Können die allgemeine Empfindlichkeit für Levodopa vermehren
  • Nebenwirkungen einschließlich Dyskinesien

Levodopa/Carbidopa/Entacapon (Stalevo®)

  • Ersetzt individuell verabreichtes schnelllösliches Levodopa/Carbidopa + Entacapon
  • Ersetzt schnelllösliches Levodopa/Carbidopa (ohne Entacapon) in Patienten, die ein vorzeitiges „Nachlassen“ der Wirkung spüren

Levodopa/Carbidopa Darmgel (Duodopa™)

  • Levodopa/Carbidopa über den Tag verteilt mit einer Pumpe über einen Schlauch direkt in den Verdauungstrakt (Dünndarm)
  • Für Patienten im fortgeschrittenen Stadium von Morbus Parkinson
  • Genehmigt gemäß Notice of Compliance with Conditions (NOC/c) Regelung2

Monoamin-Oxidase-B Hemmer (MAO-B) (Selegilin [Eldepryl®], Rasagilin [Azilect®])

  • Verhindert den Abbau von Dopamin im Gehirn und verlängert so die Wirkung
  • Nebenwirkungen einschließlich Dyskinesien

Anticholinergika (Apo®-Trihex, Benztropin [Cogentin®], Trihexyphenidyl [Artane®])

  • Stellen das Dopamin-Acetylcholin-Gleichgewicht wieder her

*Terminologie

Dyskinesien: Dyskinesien sind unwillkürliche, rastlose Körperbewegungen, die leicht (leichtes Drehen der Fußgelenke) oder schwer (unkontrollierbare Bewegungen) ausgeprägt sein können. Dyskinesien treten meist während der Wirkungszeit („On“-Zeit) eines Anti- Parkinson-Medikaments auf und werden auch „Peak-Dose-Dyskinesien“ genannt.

„On-Off“ Symptome: Der Zeitraum in dem ein Medikament Ihre Parkinson-Symptome lindert wird „On“-Zeit genannt. Das heißt, dass Sie während dieser Zeit die Verrichtungen des Alltags durchführen können. Der Zeitraum in dem ein Medikament nicht mehr wirkt und die Symptome zurückkehren wird „Off“-Zeit genannt. Das heißt, dass sie während dieser Zeit die Aktivitäten, die Ihnen Freude machen, nicht mehr durchführen können. Der Begriff „Nachlassen“ beschreibt den Zeitraum in dem die Medikamentenwirkung nachlässt und Ihre Symptome vor Verabreichung der nächsten Dosis zurückkehren.

© Parkinson Society Canada 2011

Quelle: http://www.parkinson.ca/atf/cf/%7B9ebd08a9-7886-4b2d-a1c4-a131e7096bf8%7D/MEDICATION_german.PDF