Regelmäßiger Sport verbessert kognitive Fähigkeiten stärker als Medikamente

Anfang Februar startet am Tennisclub Rot-Weiß Düsseldorf eine Trainingsgruppe speziell für Tennisspielerinnen und -spieler, die an Parkinson erkrankt sind. Schirmherr ist Prof. Dr. Alfons Schnitzler, Ärztlicher Leiter des Zentrums für Bewegungsstörungen und Neuromodulation am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD). Alleine in Nordrhein-Westfalen sind rund 60.000 Menschen von Parkinson betroffen.

Hintergrund: Regelmäßiger Sport hat einen positiven Einfluss auf die kognitive Leistungsfähigkeit bei Patienten mit leichten kognitiven Störungen im Alter. Dies ergab eine Auswertung von Studiendaten aus den USA, die in die neuen Leitlinien der American Academy of Neurology aufgenommen wurden. Bei Patienten, die über einen längeren Zeitraum mindestens zwei Mal in der Woche intensiv Sport trieben, half Sport besser bei der Bekämpfung der kognitiven Beeinträchtigungen als Medikamente und Gehirnjogging, welches aber unterstützend empfohlen wird.

Auch bei Parkinson-Patienten kommt es im Verlauf ihrer Erkrankung bei bis zu 80 Prozent der Betroffenen zu kognitiven Störungen/ Einschränkungen in der Art, wie Betroffene ihre Umgebung wahrnehmen und Informationen verarbeiten. Häufig verlangsamen sich Denkprozesse: Die Betroffenen haben Probleme, die richtigen Wörter zu finden oder Gesagtes zu verarbeiten. Studien mit Parkinson Patienten konnten zeigen, dass körperliches Training über Zeiträume von sechs Wochen bis 18 Monaten mit einer Frequenz von zwei bis dreimal pro Woche zu einer Verbesserung kognitiver Funktionen, wie Aufmerksamkeit, räumliches Gedächtnis und Mustererkennung, führt.

„Mit der Änderung der Leitlinien durch die American Academy of Neurology haben wir nun den eindeutigen Beleg dafür, dass wir mit sportlicher Betätigung nicht nur motorische Fähigkeiten verbessern, sondern auch kognitive Einschränkungen positiv beeinflussen können“, erklärt Prof. Alfons Schnitzler. „Daher freue ich mich besonderes, die Schirmherrschaft der Parkinson-Trainingsgruppe ‚Tennis contra Parkinson!‘ des Tennisclubs Rot-Weiß Düsseldorf zu übernehmen.“

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