Schlagwort-Archive: Pestizide

Pestizide und Schädigungen des Nervensystems

Zahlreiche Pestizide, insbesondere Insektizide, sind eigens darauf ausgerichtet, die Nervensysteme von Schädlingen anzugreifen. Deshalb können diese Substanzen auch für Nichtzieltiere neurotoxisch sein, darunter (in einigen Fällen) den Menschen und andere Säugetiere (Bjørling­Poulsen et al. 2008). Die Auswirkungen einer signifikanten Pestizidexposition bei Kindern auf die Entwicklung des Nervensystems sind gut dokumentiert. Über den Zusammenhang zwischen Pestiziden und bestimmten neurodegene­rativen Erkrankungen bei Erwachsenen ist weniger bekannt, man geht jedoch davon aus, dass das Auftreten dieser Erkrankungen möglicherweise auf eine Kombination aus Umweltfaktoren und geneti­scher Prädisposition zurückzuführen ist. Weiterlesen

Wie viele Spritzmittel im Südwesten ausgebracht werden, weiß niemand

– das ist ein Skandal!
Kommentar von Thomas Faltin aus der Stuttgarter Zeitung vom 27. Juni 2018

Es ist nicht an der Zeit, den Teufel an die Wand zu malen – noch nicht. Denn die Landeswasserversorgung hat bisher nur vereinzelt Pestizid in Bächen und Gräben des Donaurieds gefunden, und nicht immer wird der Grenzwert überschritten. Aber es ist das erste Warnzeichen, dass etwas nicht stimmt in den Gewässern im Osten des Landes.

Beunruhigend ist dagegen schon, dass sogar in der Donau hohe Werte an Glyphosat festgestellt wurden. Normalerweise schaffen es die Flüsse, die Schadstoffe ausreichend zu verdünnen. Die Landesanstalt für Umwelt, die ständig die Flüsse überwacht, wird jedenfalls nur selten fündig.

Dass dies alles in einem Gebiet geschieht, in dem Trinkwasser für drei Millionen Menschen gewonnen wird, müsste bei allen Verantwortlichen die Alarmsirenen aufheulen lassen. Bei der Landeswasserversorgung ist das auch der Fall, doch die Landratsämter und das Ministerium machen eher den Eindruck, dass sie genervt sind vom neuerlichen Vorstoß des Wasserversorgers und deshalb Anfragen abbügeln. Es ist schon befremdlich und sicher nicht im Sinne der Bürger, dass es die Behörden nicht für nötig halten, den Fakt – Glyphosatfunde in der Donau – auch nur zu kommentieren, geschweige denn über Maßnahmen nachzudenken. Stattdessen wird allgemeiner Kanzleitrost versandt.

Inakzeptabel ist vor allem die vollkommene Intransparenz, was Pflanzenschutzmittel betrifft. Es gibt niemanden im Land, der weiß, welche und wie viele Spritzmittel ausgebracht werden. Es existiert nur eine bundesweite Verkaufsstatistik, die regional nichts nutzt. Und die Bauern müssen ihren Verbrauch zwar dokumentieren, aber nur bei Kontrollen offenlegen. Eine zentrale anonyme Erfassung: Fehlanzeige.

Der Minister Peter Hauk (CDU) will zwar eine größere Transparenz prüfen – aber nach seiner Reaktion bei der Vorstellung des Pestizidberichts des Nabu ist klar, dass er daran kein wirkliches Interesse hat. Dabei geht es nicht darum, auf die Bauern einzuprügeln, sie haben das Recht, Pflanzenschutzmittel auszubringen. Es geht vielmehr um eine gesellschaftliche Diskussion über die Folgen – und für eine solche Debatte sind möglichst viele Fakten die grundlegende Voraussetzung.

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Pestizide in der Landeswasserversorgung

In der Donau und in kleineren Bächen hat die Landeswasserversorgung Pestizide entdeckt. Das Unternehmen, das drei Millionen Menschen mit Trinkwasser beliefert, ist beunruhigt.
Artikel von Thomas Faltin aus der Stuttgarter Zeitung vom 27. Juni 2018

Noch sind es einzelne Befunde, aber die Landeswasserversorgung ist höchst beunruhigt: An sieben von neun Messstellen in der Donau bei Ulm sowie in Bächen und Gräben im Donauried haben Labormitarbeiter in den vergangenen Jahren das Totalherbizid Glyphosat nachgewiesen. Weiterlesen

Pestizide triggern Parkinson

In der wissenschaftlichen Literatur finden sich starke Beweise, die Parkinson mit einer normalen Pestizidbelastung in Verbindung bringen. […] Von Kagan Owens (übersetzt mit Hilfe von Google-Translator (Firefox Add-on)

Nachdem weniger als ein Prozent der Fälle genetisch bedingt sind1, suchten Forscher nach weiteren potenziellen Risikofaktoren für die Entwicklung der Parkinson-Krankheit (PD). Was sie fanden, ist erschreckend. Die epidemiologische und toxikologische Evidenz identifiziert wiederholt die Exposition gegenüber Pestiziden sowie spezifische Gen-Pestizid-Wechselwirkungen als signifikante nachteilige Risikofaktoren, die zur Parkinsonerkrankung beitragen. Weiterlesen

Vogelsterben

„Unser ländlicher Raum wird zu einer Wüste.“ Mit diesen drastischen Worten kommentierte der französische Biologe Benoit Fontaine vom Nationalen Museum für Naturgeschichte zwei Studien, die einen brutalen Rückgang von Vögeln der Agrarlandschaft beschreiben.

Ihre Zahl ist demnach in den letzten 15 Jahren durchschnittlich um ein Drittel zurückgegangen, bei manchen Arten sind die Verluste sogar noch gravierender[…]. „Das hat ein Ausmaß erreicht, dass man bald von einer ökologischen Katastrophe sprechen kann“, so Fontaine weiter. Weiterlesen

Pestizide im Haus Ursache für Parkinson?

Personen, die zu Hause oder im Garten mit Pestiziden in Kontakt kommen, können laut einer neuen Studie, die letzten Monat in San Diego auf der Jahrestagung der American Academy of Neurology vorgestellt wurde, ein signifikant höheres Parkinson-Risiko haben.

Obwohl bereits andere Studien die berufliche Exposition mit diesen Chemikalien als Risikofaktor für die Parkinson-Krankheit in Verbindung gebracht haben, ist die Studie die „bisher größte mit neu mit der Krankheit diagnostizierten Personen und die erste, die einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Verwendung von Hauspestiziden und dem Risiko der Entwicklung von Parkinson zeigt“, sagte Lorene Nelson, PhD, Neuroepidemiologin an der medizinischen Fakultät der Stanford University, der die Ergebnisse präsentierte.

Quelle: https://jamanetwork.com/journals/jama/article-abstract/192803

übersetzt mit Hilfe von Google-Translator (Firefox Add-on)

Pestizide beeinflussen die Funktion der Mitochondrien

Menschen, die für die Entwicklung der Parkinson-Krankheit genetisch prädisponiert sind, werden sogar von sehr geringen Mengen einiger landwirtschaftlicher Pestizide beeinträchtigt, wie Studien aus Kanada gezeigt haben. Die Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift Federation of American Societies for Experimental Biology veröffentlicht wurden, sind die ersten, die den Zusammenhang zwischen Pestiziden und Parkinson in menschlichen Zellen bestimmen und fordern eine Verschärfung der Vorschriften für die Verwendung der Chemikalien. Weiterlesen

Zusammenhang zwischen Pestiziden und Parkinson

Die Nervenkrankheit Parkinson verbreitet sich stärker als andere Alterskrankheiten – und in Landwirtschaftszonen auffallend mehr als anderswo.

Weil es immer mehr ältere Menschen gibt, liegt es auf der Hand, dass auch Parkinson häufiger wird. Doch das kann nicht der einzige Grund sein. Bemerkenswert ist, dass Parkinson stärker zunimmt als beispielsweise Alzheimer, obwohl auch das eine typische Alterskrankheit ist. Die Ursache lässt sich nicht eindeutig benennen. Doch Forscher gehen davon aus, dass Umweltfaktoren eine wichtige Rolle spielen. Besonders stark im Fokus stehen Pflanzenschutzmittel. Bereits im Jahr 2000 haben Wissenschafter eine Verbindung zwischen Pestiziden und Parkinson aufgezeigt. Weiterlesen

Käfer auf der Suche nach Wirkstoffen gegen Parkinson

Am Institut für Insektenbiotechnologie in Gießen werden die kleinen Reismehlkäfer gern gesehen. Denn die Wissenschaftler brauchen Tribolium castaneum. Als Professor Andreas Vilcinskas anfing, den rotbraunen Reismehlkäfer zu erforschen, ging es ihm um eine Entwicklung für Menschen mit Gluten-Unverträglichkeit. Denn der Reismehlkäfer hat ein Enzym, das Gluten verdauen kann. Dieses Enzym erforschten die Wissenschaftler, um damit in ferner Zukunft das Gluten aus Backwaren zu entfernen und so Brote herstellen zu können, die die Allergiker essen können. Doch dann entdeckten die Forscher, dass ihnen der Käfer auch im Kampf gegen die Parkinson-Krankheit helfen kann: Weiterlesen

Gebeugt, nicht gebrochen

„Ich schau mal nach, ob sie noch da ist“, sagt Aren Hilb* und schlurft zum Badezimmer. Tür auf, Licht an, Tür zu, ein breites Lächeln: „Nein, sie ist verschwunden.“ Seit Hilb das Medikament Levodopa gegen seinen Parkinson bekommt, sieht er manchmal Dinge, die nicht da sind. Zum Beispiel das Mädchen im Bad. „Die ist nett, sie stört mich nicht.“ Hilbs rechte Hand zittert. Wenn er sitzt, klatscht sie rhythmisch auf den Oberschenkel. Sein Gang: ein wenig gebeugt, sein rechtes Bein steif. „Manchmal will ich das Bein bewegen, aber nichts passiert“, sagt Hilb. „Es ist, als würde das Gehirn Signale senden, die nicht beim Bein ankommen.“ Weiterlesen