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Das Problem: Aut idem bei Parkinson

„Aut idem“ bedeutet: Der Apotheker hat ein vom Arzt verschriebenes Medikament grundsätzlich durch ein kostengünstigeres, wirkstoffgleiches Generikum auszutau- schen. Parkinson-Patienten werden daher regelmäßig andere Medikamente ausgehändigt als bei der Einstellung ihrer Medikation, erlebt die Deutsche Parkinson Vereinigung e.V. (dPV). Ziel der Regel sind Einsparungen im Gesundheitssystem. Weiterlesen

Die täglichen Medikamente im Griff

Bei Parkinson produzieren zunehmend weniger Zellen im Gehirn den wichtigen Botenstoff Dopamin. Gleichzeitig können Ersatzstoffe wie zum Beispiel L-Dopa, die als Medikamente in den Körper gelangen, nicht mehr so gut gespeichert werden. Im Verlauf der Erkrankung müssen Parkinson-Medikamente daher in kürzeren Abständen und damit mehrmals täglich eingenommen werden. „Man kann sich das vorstellen wie bei einem Tank, der an Speichervermögen verliert“, verdeutlicht Dr. Tino Prell. „Anfangs nimmt er 100 Liter auf und der Fahrer kann ohne Pause lange Strecken zurücklegen. Fasst der Tank irgendwann nur noch 50 oder 20 Liter, muss der Fahrer häufiger nachtanken – und das rechtzeitig, bevor der letzte Tropfen Sprit verbraucht ist, der Motor bockt und der Wagen sich nicht mehr von der Stelle rührt.“ Weiterlesen

Jedes Medikament zu seiner Zeit

Tipps der Parkinson Nurses und Assistenten e.V. (VPNA) zu der Einnahme von Parkinson-Medikamenten

Die ideale Medikamententherapie bei Parkinson wird maßgeschneidert und im Verlauf der Erkrankung immer wieder angepasst. Besonders zählen dabei die Kombination der Präparate und die Einnahmezeiten.

Die einzelnen Medikamente unterscheiden sich in Wirkstoffzusammensetzung und Wirk-stoffmenge. Darum lassen sich zum Beispiel auch einige Tabletten nicht einfach teilen oder auflösen. Beachten Sie daher die Einnahmevorschriften und lesen Sie sich den Beipackzettel genau durch.

Achten Sie auch auf den richtigen Zeitabstand zwischen der Medikamenteneinnahme und den Mahlzeiten. L-Dopa-Präparate sollten 30 Minuten vor oder 60 Minuten nach dem Essen eingenommen werden. Sonst könnte das Eiweiß in der Nahrung ihre Wirkung beeinflussen. Nehmen Sie L-Dopa nicht gemeinsam mit Eisenpräparaten ein. Empfohlen wird hier ein Abstand von zwei Stunden. Sprechen Sie den Arzt oder die Parkinson Nurse an, wenn Sie Fragen zum Thema Medikamenteneinnahme und Ernährung haben.

Wirkschwankungen vorbeugen

Damit die Medikamente möglichst gleichmäßig wirken, wird die Einnahme auf verschiedene Tageszeiten verteilt. Ganz ausschließen lassen sich Schwankungen in ihrer Wirkung jedoch nicht. Sie können zu Überbewegungen führen oder die Bewegungsfähigkeit einschränken. Wir empfehlen in solchen Fällen, ein Tagebuch zu führen. Vermerken Sie darin, wann Sie die Medikamente eingenommen haben, wann danach Wirkschwankungen aufgetreten sind und was Sie zu diesem Zeitpunkt gerade getan haben. Machen Sie sich auch Notizen zu Ihrem Stuhlgang. Bei Verstopfung bleiben die Medikamente im Magen liegen, statt über den Dünndarm ins Blut und ins Gehirn zu gelangen. Mithilfe Ihrer Aufzeichnungen kann der Arzt die Wirksamkeit der Medikamente überprüfen und gegebenenfalls neue Einnahmezeiten festlegen. Sie können ihn auch darauf ansprechen, Ihnen ein schnell wirksames Notfallmedikament gegen die Wirkschwankungen zu verschreiben.

Jederzeit gut versorgt

Damit Sie lückenlos mit Ihren Medikamenten versorgt sind, ist ein ausreichend großer Vorrat ratsam. So können Sie mögliche Lieferengpässe Ihrer Apotheke oder Klinikzeiten überbrücken. Tragen Sie zudem immer einen aktuellen Plan mit Ihren Parkinson-Medikamenten bei sich, wenn Sie aus dem Haus gehen. Vermerken Sie darin auch die Telefonnummer eines Ansprechpartners, der im Notfall kontaktiert werden kann. [ bk ]

Quelle: PARKOUR 09 | Sept. – Nov. 2016, S. 17