Schlagwort-Archive: Hilfsmittel

Leichter laufen dank Laser-Schuh

Viele Parkinson-Patienten leiden unter dem Krankheitssymptom, dass ihre Beine am Boden festzukleben scheinen. Forscher der Universität Twente und der Medizinischen Fakultät der Radboud-Universität Nimwegen haben eine Methode entwickelt, die Abhilfe schaffen kann. Sie entwickelten einen Schuh mit einem Laser, der im Schritt-Rhythmus eine Linie auf den Boden vor die Schuhträger projiziert. Die Studien ergaben, dass einem großen Teil der Patienten das Laufen dadurch wesentlich leichter fällt. Weiterlesen

Schuhe mit Laser

PATH FINDER – Laser shoe for Parkinson
Path Finder provides visual cues from the front of the feet. This is intended to alleviate Freezing of Gait (FoG), seen in Parkinson’s and other diseases. FoG is a common symptom affecting up to 50% with Parkinson’s disease, and is considered very debilitating. Path Finder can therefore help to improve walking, and thereby positively influence quality of life and independence. Weiterlesen

Laser shoes prevent ‚freezing‘ in Parkinson patients

Freezing of gait, an absence of forward progression of the feet despite the intention to walk, is a debilitating symptom of Parkinson’s disease. Laser shoes that project a line on the floor to the rhythm of the footsteps help trigger the person to walk. The shoes benefit the wearer significantly, according to research by the University of Twente and Radboud university medical center, which is published December 20 in Neurology, the scientific journal of the American Academy of Neurology. Weiterlesen

Ein kleiner elektronischer Helfer für Parkinson-Patienten

Pere lebt in Barcelona. Bei ihm wurde vor 16 Jahren Parkinson diagnostiziert. Er verlor die Kontrolle über seinen Körper: “Früher spielte ich Akkordeon. Ich wollte die Knöpfe mit der linken Hand drücken, aber dann konnte ich meine Finger nicht richtig bewegen und dem Rythmus nicht folgen. Stattdessen konnte ich es nur greifen. Ich schaffte es nicht.”

Pere nimmt an einem europäischen Forschungsprojekt teil. Es geht darum den Patienten dabei zu helfen, besser mit der Krankheit zurechtzukommen. Ein Sensor registriert Bewegungen und identifiziert Symptome. Wenn der Patient sich unkoordiniert bewegt, dann hört er einen Takt, der ihm hilft, Schritt zu halten. Die Daten werden auch den Ärzten gesendet. Sie können die Entwicklung der Krankheit so besser nachvollziehen und die Medikamente anpassen. Weiterlesen

Hightech-Gürtel stützt Parkinson-Patienten


„SBS“: Gürtel mit vibrierenden Aktuatoren (Foto: http://uh.edu)

Houston (pte001/08.08.2017/06:00) – Das „Smarter Balance System“ (SBS) hilft Parkinson-Patienten und älteren Personen dabei, ihr Gleichgewicht zu halten sowie dieses zu trainieren. Das System besteht aus einer App und einem Gürtel, der mit Sensoren ausgestattet ist. Das SBS ist von Forschern der University of Houston http://uh.edu entwickelt worden. Der Gürtel überwacht die Bewegungen und gibt mittels Vibrationen Biofeedback. Auf Basis der individuellen Bewegungsfähigkeit werden Übungen durchgeführt. Weiterlesen

L-Dopa-Pumpe kann Tabletten ersetzen

Parkinson-Patiententag am Universitätsklinikum Münster (Westfalen) am 13.09.2017

Veranstaltung soll Patienten und Angehörige über Neuerungen im Kampf gegen Parkinson aufklären / Betroffener berichtet von seinen Erfahrungen mit der intestinalen Dopamin-Pumpe

Laufen auf dem Flur: Dr. Tobias Warnecke prüft Gerhard Kleingries‘ Gangbild.

Das Ehepaar Kleingries mit Parkinson Nurse Heike Verwolt (l.) und den Ärzten Dr. Tobias Warnecke und Dr. Inga Claus.

Gerhard Kleingries ist seit gut zehn Jahren an Parkinson erkrankt. Der 70-jährige Vredener hat sich im Laufe der Zeit zwar auf das starke Zittern (Tremor) einerseits und das Gefühl der Muskelstarre (Rigor) andererseits eingestellt. Auch dank der Gabe von L-Dopa, einer Vorstufe des Neurotransmitters Dopamin, das dem Körper bei der Parkinson-Erkrankung fehlt. Trotzdem kam nach einigen Jahren der Punkt, an dem das L-Dopa in Tablettenform nicht mehr richtig wirkte. „Das ist typisch für den Verlauf bei Parkinson“, sagt Dr. Tobias Warnecke, Oberarzt der Klinik für Neurologie am UKM (Universitätsklinikum Münster) und Leiter der Parkinson-Ambulanz. „Die Entleerung des Magens wird bei einer dauerhaften Medikation mit Tabletten schlechter. Das bewirkt unter Umständen, dass das L-Dopa nur unzureichend in den Darm weitertransportiert wird – damit ist natürlich auch die Wirkung verzögert. So war Herr Kleingries immer wieder starken Wirkstoff-Schwankungen ausgesetzt – mit den entsprechenden Nebenwirkungen.“ Und Kleingries erinnert sich: „Manchmal hatte ich das Gefühl, ich könnte mich gar nicht mehr bewegen und dann wieder hatte ich absolute Unruhezustände.“ Die Lösung des Problems war die Implantation einer extern am Körper getragenen intestinalen Pumpe. Diese umgeht den Magen und gibt das L-Dopa – in Gelform  und in konstanter Dosierung – direkt zur Aufnahme in den Dünndarm.  „Plötzlich hatte ich wieder ein fast normales Leben“, sagt Kleingries und ist noch heute glücklich, dass er und seine Frau sich vor anderthalb Jahren für die Implantation der Pumpe entschieden haben.

„Die Entscheidung für die Pumpe will gut überlegt sein“, sagt Dr. Inga Claus, Assistenzärztin im Team von Warnecke: „Wir müssen uns darauf verlassen können, dass die Angehörigen das mittragen und in den Umgang mit der Pumpe involviert sind. Das ist nicht jedermanns Sache.“ So steht zum Beispiel alle ein bis zwei Wochen ein Batteriewechsel an und auch für die tägliche Reinigung brauchen die Patienten eine helfende Hand. „Bei Frau Kleingries hatten wir keinerlei Bedenken, dass sie ihren Mann gut unterstützen würde“, so Claus. Vor der Entscheidung für die Pumpe hat sich außerdem eine Testphase  bewährt, für die die Patienten stationär aufgenommen werden müssen. Einziger Unterschied: Dort bekommen sie das L-Dopa-Gel zunächst über eine Nasensonde, um zu sehen, wie sie reagieren. Meistens seien die Patienten sofort vom Mehrwert durch die Pumpe überzeugt, sagt Claus. Inzwischen bekommen mehrere Patienten im Monat eine Magensonde (PEG) für das System gelegt. Die außen getragene Pumpe ist dann für jeden als Tasche, Gürtel oder Rucksack sichtbar.

In der Klinik wird das System regelmäßig von Parkinson Nurse Heike Verwolt überprüft. Sie achtet darauf, dass sich die Einstichstelle der PEG nicht entzündet und gibt den Patienten konkrete Tipps zur einfachen Handhabung.
„Mein Leben hat sich mit der Pumpe verändert – aber jetzt ist eigentlich alles nur einfacher geworden“, berichtet Gerhard Kleingries. Der Rentner wird deshalb auch anderen Betroffenen bei Parkinson-Patiententag am 13. September von seinen positiven Erfahrungen berichten. Parkinson-Experte Warnecke ergänzt: „Wir hoffen, dass sich durch seine anschaulichen Schilderungen viele Patienten zu dem Schritt ermutigen lassen. Und auch sonst können sich Betroffene und Angehörige am Informationstag wertvolle Anregungen zu den Neuerungen in der Therapie holen.“

Quelle:

http://klinikum.uni-muenster.de/index.php?id=vollstaendiger_artikel&tx_ttnews%5Btt_news%5D=7575&cHash=9f58565002fbae6404c5316d08e359f2

Nicht-invasiver Hirnschrittmacher in Sicht?

Hirnschrittmacher ohne OP: Für die tiefe Hirnstimulation müssen Parkinson-Patienten bislang Elektroden ins Gehirn implantiert werden. Das könnte sich künftig ändern: Wissenschaftler haben im Versuch mit Mäusen erstmals tiefliegende Hirnregionen durch auf dem Kopf aufliegende Elektroden gezielt stimuliert – ohne dabei auch darüberliegende Bereiche im Gehirn zu beeinflussen. Der Ansatz könnte die Therapiemethode weniger riskant machen und sie dadurch für mehr Betroffene öffnen, hofft das Team.

Bei Parkinson-Leiden ist die tiefe Hirnstimulation bereits eine anerkannte Behandlungsmethode – […] Es scheint, dass die Stimulation bestimmter tiefliegender Hirnregionen mit schwachen elektrischen Impulsen die Symptome von Betroffenen erheblich zu lindern vermag.

Allerdings funktioniert die Technik nur invasiv und ist nicht ohne Risiken. Denn den Patienten müssen dafür dünne Elektroden implantiert werden, über die ein Impulsgeber Signale an das Gehirn sendet. Deshalb wird die Methode aktuell nur bei besonders schweren Krankheitsverläufen angewendet, wenn andere Therapien versagen. Dank Wissenschaftlern um Nir Grossman vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge könnte sich das jedoch bald ändern.

Lesen Sie mehr dazu hier: http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-21526-2017-06-06.html