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Münchner Anti-Freezing-Training

Der Wille ist da, aber der Körper macht nicht mit. Die Schritte werden klein, schlurfend, trippelnd oder finden gar nicht mehr statt – ein Vorankommen ist nicht möglich. Auch wenn die U-Bahn oder der Bus schon wartend vor einem stehen, man kann ihnen nur noch hinterher winken, weil der Körper das Einsteigen versagt. In dieser Situation befinden sich Parkinson-Patienten während einer sogenannten „Freezing-Episode“. Das „Münchner Anti-Freezing-Training“ (MAFT) der Schön Klinik München Schwabing hilft, ein solches Freezing zu überwinden oder von vornherein zu vermeiden. Weiterlesen

Wie Freezing of Gait (FOG) vermindern?

Aus der Einleitung der Bachelorarbeit von Fabienne Graf am Institut für Physiotherapie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften:

Welche physiotherapeutischen Hilfsmittel sind vorhanden, um bei einem Parkinsonpatienten das Freezing of Gait (FOG) in der On-Phase zu vermindern?

Das „Freezing Of Gait“ (im Folgenden „FOG“ abgekürzt) tritt bei etwa 30 Prozent der Patienten mit einem idiopathischen Parkinsonsyndrom auf (Ceballos-Baumann & Conrad, 2005). Weiterlesen

Leichter laufen dank Laser-Schuh

Viele Parkinson-Patienten leiden unter dem Krankheitssymptom, dass ihre Beine am Boden festzukleben scheinen. Forscher der Universität Twente und der Medizinischen Fakultät der Radboud-Universität Nimwegen haben eine Methode entwickelt, die Abhilfe schaffen kann. Sie entwickelten einen Schuh mit einem Laser, der im Schritt-Rhythmus eine Linie auf den Boden vor die Schuhträger projiziert. Die Studien ergaben, dass einem großen Teil der Patienten das Laufen dadurch wesentlich leichter fällt. Weiterlesen

Schuhe mit Laser

PATH FINDER – Laser shoe for Parkinson
Path Finder provides visual cues from the front of the feet. This is intended to alleviate Freezing of Gait (FoG), seen in Parkinson’s and other diseases. FoG is a common symptom affecting up to 50% with Parkinson’s disease, and is considered very debilitating. Path Finder can therefore help to improve walking, and thereby positively influence quality of life and independence. Weiterlesen

Laser shoes prevent ‚freezing‘ in Parkinson patients

Freezing of gait, an absence of forward progression of the feet despite the intention to walk, is a debilitating symptom of Parkinson’s disease. Laser shoes that project a line on the floor to the rhythm of the footsteps help trigger the person to walk. The shoes benefit the wearer significantly, according to research by the University of Twente and Radboud university medical center, which is published December 20 in Neurology, the scientific journal of the American Academy of Neurology. Weiterlesen

Störsignal könnte Freezing bei Parkinsonpatienten verursachen

Düsseldorf/Aarhus/Konstanz – Ein Störsignal in der Gehirnaktivität von Parkinson­patienten könnte für das Freezing mitverantwortlich sein. Das berichten Düsseldorfer Neurowissenschaftler zusammen mit Forschern der Universitäten Konstanz und Aarhus im Fachmagazin Annals of Neurology (2017; doi: 10.1002/ana.25047). Weiterlesen

Freezing – Bewegungsblockaden bei Parkinson

Plötzlich, ohne Vorwarnung, scheinen die Füße am Boden festgeklebt, die Bewegungen stoppen, alles fühlt sich wie festgefroren an – viele Menschen mit Parkinson und deren Angehörige kennen diesen Zustand, der in der Fachsprache als „Freezing“ (engl. für „Gefrieren“) bezeichnet wird. Doch gibt es Strategien und Hilfsmittel, die die Bewegungsblockade lösen.

Freezing – was ist das?

Das Freezing ist eine Bewegungsblockade, die von einer Sekunde auf die nächste eintreten kann. Die Auslöser und Situationen sind unterschiedlich, es kann morgens beim Aufstehen auftreten oder durch kleinste alltägliche Veränderungen wie einem Richtungswechsel, beim Loslaufen an Ampeln oder durch Passieren einer Engstelle ausgelöst werden. Selbst im eigenen Haus oder – besonders gefährlich – im Auto können Freezing-Situationen auftreten. Die Bewegungsblockade kann von einem Augenblick bis zu 30 Sekunden dauern und mehrmals am Tag auftreten.

Die genauen Ursachen des Freezings sind nicht geklärt. Bei einigen Betroffenen können Schwankungen des Dopamin-Spiegels im Gehirn die Blockaden auslösen. Dopamin ist ein Botenstoff, der von Nervenzellen im Gehirn produziert wird und bei gesunden Menschen kontinuierliche Nervenimpulse auslöst. Bei Menschen mit Parkinson sterben die Nervenzellen langsam ab, die Dopamin produzieren. Medikamente helfen unter anderem, den Dopamin-Spiegel zu regulieren. Liegt der Arzneimittelspiegel zu niedrig, kommt es bei einigen Betroffenen zu einer Bewegungsblockade. Doch gibt es auch Betroffene, bei denen die Medikamente selbst das Freezing verursachen.

Kleine Lampe, große Wirkung

Etwa 60 Prozent der von Parkinson Betroffenen berichten von „Freezing“, von plötzlichen Blockaden bei Bewegungsabläufen, so die Fachzeitschrift „physiopraxis“. Dann geht buchstäblich nichts mehr. Ein kleiner Laserpointer kann hier wahre Wunder bewirken. Wenn Betroffene mit ihren Bewegungen stocken, markieren sie mit dem Lichtstift einfach einen Punkt vor ihren Füßen und steigen darüber hinweg. Laserpointer sind klein und lassen sich handlich in Beutel oder Taschen verstauen. Sie gibt es zu einem Betrag zwischen sechs bis zehn Euro im Fach- und Onlinehandel.
 (Aus PARKOUR, Das Parkinson-Magazin, Ausgabe 3, S. 8)

Hilfe bei Freezing

Da die Ursachen des Freezings noch nicht genau geklärt sind, gibt es keine Medikamente, die die Bewegungsblockaden verhindern können. Doch können speziell ausgebildete Physiotherapeuten Betroffene mit Strategien und Hilfsmitteln vertraut machen, die dazu beitragen, die Blockade zu durchbrechen. Paradoxerweise hilft es oft, scheinbar schwierige Bewegungen durchzuführen, beispielsweise eine Markierung am Boden zu überschreiten. Dieses Prinzip machen sich spezielle Gehstöcke mit unten ausklappbarem Seitenteil, das überschritten werden muss, oder der Laserpointer zunutze. Auch akustische Signale wie Klatschen, rhythmische Musik, Kommandos, Zählen oder ein Metronom vermögen die Freezing-Situation aufzulösen. Angehörige können auch helfen, indem sie einen leichten Klaps auf den Oberschenkel geben. Diese stimulierenden Strategien und Hilfen, auch als „Cueing“-Strategien (engl. cue = „Stichwort, Auslösereiz“) haben über die unmittelbare Lösung einer Blockade auch weiter reichende Effekte: Sie bessern die Ganggeschwindigkeit, die Schrittlänge und die Haltungsstabilität (1).

Ein spezielles Programm für Betroffene, das „Münchener Anti-Freezing Training“ hat Prof. Dr. A. Ceballos-Baumann, Chefarzt der Neurologie und Klinischen Neurophysiologie an der Schön Klinik München Schwabing zusammen mit einem Kollegen und zwei Physiotherapeutinnen entwickelt (2). Dabei wird zunächst analysiert, was beim jeweiligen Patienten das Freezing auslöst: Sind es vor allem Engstellen? Oder stockt die Bewegung immer kurz vor dem Ziel? Diese Situationen werden dann geübt, zunächst in der Klinik, später zu Hause. Wichtig ist, das Training beizubehalten und auch zu Hause oder auf der Arbeit ständig zu üben. Nur so gelingt es, mobil zu bleiben und freezingauslösenden Stress zu reduzieren.

(1) Fortgeschrittener Morbus Parkinson. Das Leben geht weiter. Ratgeber für Patienten und Angehörige der Firma abbvie, S. 27.

(2) http://www.schoenkliniken.de/ptp/medizin/nerven/fortschreitend/parkinson/therapie/

Gabriele Hofmann-Maibaum, Feierabend.de

Quelle: https://www.feierabend.de/Leben-mit-der-Diagnose-Parkinson/Freezing-Bewegungsblockaden-bei-Parkinson-59312.htm