Düsseldorf/Aarhus/Konstanz – Ein Störsignal in der Gehirnaktivität von Parkinson­patienten könnte für das Freezing mitverantwortlich sein. Das berichten Düsseldorfer Neurowissenschaftler zusammen mit Forschern der Universitäten Konstanz und Aarhus im Fachmagazin Annals of Neurology (2017; doi: 10.1002/ana.25047).

Patienten mit Morbus Parkinson leiden unter erheblichen Beeinträchtigungen beim Gehen, bis hin zum plötzlichen „Einfrieren“, dem Freezing. Sie trippeln dabei auf der Stelle und kommen nicht mehr vorwärts. Allerdings können die Patienten weiterhin Fahrrad fahren.

Die Düsseldorfer Arbeitsgruppe um den Neurologen Alfons Schnitzler hat daher zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Aarhus die Gehirnaktivität von Parkinsonpatienten beim Gehen und beim Fahrradfahren untersucht. Dabei nutzten die Forscher die Möglichkeit, die Aktivität der Basalganglien abzuleiten. Diese tiefen Hirnstrukturen sind bei Parkinsonpatienten verändert, können laut den Forschern aber normalerweise nicht direkt untersucht werden. Die Wissenschaftler konnten sie aber im vorliegenden Fall durch die Implantation von Elektroden zur therapeutischen Stimu­lation im Rahmen einer tiefen Hirnstimulation untersuchen.

Das Forscherteam konnte zeigen, dass Fahrrad fahren im Vergleich zum Gehen mit einer deutlicheren Unterdrückung pathologischer Signale in einem breiten Frequenz­bereich, dem beta-Band zwischen 13–35 Hz, einhergeht. Parkinson­patienten mit Freezing zeigen zwar ein ähnliches Muster wie die Patienten ohne dieses Symptom, aber zusätzlich ein Störsignal um 18 Hz. Die Forscher vermuten, dass dies neuro­physiologisch zur parkinsontypischen Anfälligkeit für das „Einfrieren“ gehört.

Den ganzen Artikel aus dem Ärzteblatt vom Freitag, 29. September 2017 finden Sie hier: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/80606/Stoersignal-koennte-Freezing-bei-Parkinsonpatienten-verursachen

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