Gast unseres Parkinsontreffs im Kickers Clubheim am Mittwochnachmittag, dem 14. Juni 2017, war Herr Bernhard König, Geschäftsführer des Vereins Parkinson Nurses und Assistenten e.V. (VPNA e.V.) aus Hannover.

Der VPNA e.V. möchte Parkinson-Betroffene und deren Angehörige, aber auch Pflegekräfte bei der pflegerischen Versorgung fachlich qualifiziert unterstützen, die Pflegerische Versorgung optimieren und Versorgungskonzepte weiter entwickeln und Betroffene, Angehörige, Pflegekräfte, Pflegeausbildung, Therapeuten und Ärzte miteinander vernetzen. Hierbei wird er unter anderem von der Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinsonforschung und der Hochschule Hannover Fakultät V Diakonie, Gesundheit und Soziales unterstützt.

Unser Referent Bernhard König erklärte, dass die Qualifikation der Pflegekräfte in Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen sozialen Einrichtungen in Deutschland in Bezug auf Parkinson sehr zu wünschen übrig ließe. Andere europäische Länder, wie zum Beispiel England oder Schweden, seien uns in dieser Beziehung deutlich voraus. Das ginge so weit, dass die EU-Kommission aus Brüssel die deutsche Bundesregierung angemahnt habe, die Pflegeausbildung zu reformieren.

In vielen Fällen würden beispielsweise Parkinson-Erkrankten, die zu einem stationären Krankenhausaufenthalt eingeliefert werden, als erstes ihre Medikamente weggenommen. Wer sich mit der Behandlung von Parkinson-Patienten auskennt, der weiß, wie sensibel und individuell die Medikamentengabe eingestellt ist und und welchen negativen Effekt und welche Komplikationen eine unvorhergesehene Unterbrechung der Medikamentengabe haben kann. Ein Problem stelle auch die Unwissenheit vieler Pflegekräfte dar, dass bei Parkinson die Tabletten nicht gleichzeitig mit der Nahrung, sondern vielmehr im deutlichen Zeitabstand zu den Mahlzeiten eingenommen werden müssen. Auch Mitglieder unserer Regionalgruppe können hier von leidvollen Erfahrungen berichten.

Ein großes Hemmnis der Entwicklung zu einer höher qualifizierten Pflege der Parkinson-Erkrankten liege leider darin, dass sich entsprechende Fortbildungen für die Fachpflegekräfte (ein Angebot des VPNA e.V.) nicht in höherer Entlohnung niederschlagen.
Der VPNA e.V. bietet mittlerweile in einem Pilotprojekt auch Schulungen für Angehörige an. Der Umfang der Pflegeleistung Angehöriger werde bei weitem nicht angemessen gewürdigt. (Finanzpolitisch betrachtet ist dies die günstigste Pflege…) Gefördert wird vom VPNA e.V. auch ein Projekt eines speziellen Wohnbereichs für Parkinsonkranke in einem Pflegeheim der Malteser in Duisburg, welche von der Universität von Frankfurt am Main begleitet wird.

Auf der Agenda des VPNA e.V. steht des weiteren die Forderung nach einem einheitlichen Notfallausweis für Parkinsonkranke, welcher in allen Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen anerkannt wird. Informationen, welche viele Parkinson Erkrankte vorsorglich bereits bisher im Geldbeutel oder in der Handtasche mit sich führen, werden leider allzu oft bei einer stationären Aufnahme ignoriert. Mit einem einheitlichen Notfallausweis könnte sich das bessern.

Große Anerkennung durch die Gemeinschaft der Parkinson Betroffenen verdient die Tatsache, dass die Mitglieder des VPNA e.V. unentgeltlich im Ehrenamt arbeiten. Zu diesem Ehrenamt zählt auch eine telefonische 24 Stunden Hotline, auf der sich Betroffene, Angehörige, Ärzte und Therapeuten rund um die Uhr fachspezifisch informieren können.

Lesen Sie dazu mehr auf den Seiten der Internetpräsenz des VPNA e.V.:

Über den Verein Parkinson Nurses und Assistenten e.V.

Das Betreuungskonzept

Informationen zur Professionellen Pflege, Betreuung und Beratung

oder auch hier:

http://www.parkinson-beelitz.de/parkinson-infos/parkinson-nurse.html

https://www.bibliomed-pflege.de/zeitschriften/die-schwester-der-pfleger/heftarchiv/ausgabe/artikel/sp-5-2016-ambulante-pflege-pflege-thermometer-2016-spiegelt-schwachstellen-wider/28037-parkinson-pflege-verbessern/