Experten der Bundesregierung prüfen derzeit, ob Parkinson bei Landwirten als Berufskrankheit anerkannt wird. Es gehe um den Kontakt mit Pflanzenschutzmitteln während der Arbeit, berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung. Ein Sachverständigenbeirat habe bereits festgestellt, dass bestimmte Stoffe oder Stoffkombinationen die Krankheit verursachen können. Es sei die „generelle Geeignetheit“ für eine neue Berufskrankheit beschlossen worden, bestätigte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Das Ministerium wollte sich laut dem Bericht allerdings zunächst nicht dazu äußern, um welche Pestizide es gehe.

In einem weiteren Schritt solle nun überprüft werden, ob Landwirte aufgrund ihrer Arbeit mit Pflanzenschutzmitteln ein signifikant höheres Risiko haben, an Parkinson zu erkranken als der Bevölkerungsdurchschnitt. „Aufgrund der hohen wissenschaftlichen Anforderungen ist noch von einem längeren mehrjährigen Beratungszeitraum auszugehen“, zitierte die NOZ das Arbeitsministerium. In Deutschland gibt es bisher 80 anerkannte Berufskrankheiten. Betroffene haben bei einer Anerkennung Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

In Frankreich ist Parkinson bereits seit 2012 als Berufskrankheit für Landwirte anerkannt. Einen „Zusammenhang zwischen einer Exposition gegenüber Pestiziden und einer Parkinsonerkrankung“, sah auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bereits im Jahr 2006. Jedoch konnte damals weder ein einzelnes Pestizid noch eine Kombination verschiedener Pestizide als Auslöser exakt identifiziert werden. Letztlich, so das BfR, könne ein kausaler Zusammenhang zwischen Pestizidaufnahme und dem Entstehen der Krankheit beim Menschen „nicht belegt werden“.

Laut einer US-Untersuchung (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3643971/) erkranken Bewohner von Regionen mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung dreimal häufiger an Parkinson, wenn sie nahe Feldern arbeiten, auf denen die Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. (afp, taz)

Quelle: https://taz.de/!5612857/

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