Der Chemiker Thomas Carell ist Professor für Organische Chemie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er erforscht die Chemie von Nukleinsäuren und Nukleobasen sowie epigenetische Mechanismen – und erklärt im Interview, was sie über das Lernen und das Leben offenbaren.

Spektrum.de: Herr Carell, Sie arbeiten an epigenetischen Markern jenseits der DNA-Methylierung. Was hat es damit auf sich?

Thomas Carell: Ich denke, das allgemeine Problem ist, dass man bisher immer gedacht hat, dass der genetische Kode eigentlich relativ starr ist. Man hat in jeder Zelle die gleiche Sequenz. Nun sind natürlich die Zellen unterschiedlich. Neuronen lesen Gene ab, die für Neuronen wichtig, und Fibroblasten lesen Gene ab, die für Fibroblasten wichtig sind. Bisher ging man davon aus, dass das allein über die Methylierung der DNA-Base Cytosin gesteuert wird, weil die eingebauten Methylcytosine dafür sorgen, dass das zugehörige Gen stillgelegt wird.

Und jetzt sehen wir, dass das eigentlich nur die halbe Wahrheit ist: Die Methylcytosine können auch wieder entfernt werden. Das heißt, ausgeschaltete Gene können auch wieder angeschaltet werden. Das gibt der ganzen Genetik ein gewisses Maß an Plastizität. Zum Beispiel hat das Lernen vermutlich damit zu tun, wie sich diese Basen auf Genomebene verändern und die Gene dadurch anders abgelesen werden.

Das ganze Interview aus Spektrum.de, der Online-Ausgabe des Magazins für Naturwissenschaft und Technik,  lesen Sie hier: http://www.spektrum.de/news/die-naechste-stufe-der-epigenetik/1540753?utm_medium=newsletter&utm_source=sdw-nl&utm_campaign=sdw-nl-daily&utm_content=heute

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