[…] Die Charakterisierung einer etwaigen PD-spezifischen Zusammensetzung des Mikrobioms ist Gegenstand aktueller Kohortenstudien und Ausdruck der möglichen Relevanz der Mikrobiota in der PD-Pathogenese. Trotz methodischer Unterschiede und variabler Kohortengrößen zeigen die bisher verfügbaren Studien reproduzierbare bzw. konsistente Ergebnisse in Bezug auf die PD-spezifischen Veränderungen der Darmbakterien. Durch Anwendung metagenomischer Sequenzierungsverfahren ist es sogar möglich, PD-Fälle bereits in einer sehr frühen Krankheitsphase anhand der veränderten Verhältnisse einzelner Mikrobiota von Gesunden zu unterscheiden. Unter anderem Mikroben, die im Zusammenhang mit einer gestörten Darmbarriere oder Immunfunktion stehen, wie beispielsweise die Genera Akkermansia, Lactobacillus, Faecalibacterium und Prevotella zeigen sich dabei signifikant über- oder unterrepräsentiert. Möglicherweise existiert sogar ein prodromales Mikrobiom, da sich eine vergleichbare mikrobielle Verschiebung auch bei Patienten mit einer REM-Schlafstörung („REM sleep behavior disorder“, RBD), einem Risikofaktor für die spätere Entwicklung einer Synukleinopathie wie z. B. der PD, findet.

Quelle: https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00115-018-0601-6

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