Vergünstigungen bei Bahn und Bus

Für Menschen mit Behinderungen gibt es bei Fahrten im Nahverkehr oder bei der Bahn oft Vergünstigungen durch den sogenannten Nachteilsausgleich. Der Nachteilsausgleich ist im SGB IX geregelt. Meistens hängt der Ausgleich vom Grad der Behinderung und von den eingetragenen Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis ab.

Schwerbehinderte Menschen, die in ihrer Bewegungsfreiheit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt sind, dürfen den öffentlichen Nahverkehr unentgeltlich nutzen. Das betrifft gehbehinderte, außergewöhnlich gehbehinderte, hilflose, gehörlose und blinde Menschen (Merkzeichen G, aG, H, Gl und Bl im Schwerbehindertenausweis).

Aber – ganz unentgeltlich ist die Nutzung der Verkehrsmittel nicht, zumindest müssen behinderte Nutzerinnen und Nutzer zu ihrer Wertmarke eine Eigenbeteiligung leisten (siehe weiter unten). Davon ausgenommen sind einkommensschwache Menschen, vor allem Grundsicherungsempfänger sowie blinde und hilflose Menschen.

Übrigens: Wer die unentgeltliche Beförderung nutzt, verliert unter Umständen seinen Anspruch auf die ermäßigte Kfz-Steuer. So können zum Beispiel Personen mit den Merkzeichen „G“ oder „Gl“ imSchwerbehindertenausweis entweder nur die Wertmarke für den öffentlichen Personennahverkehr nutzen oder als Autofahrer das Beiblatt ohne Wertmarke für die Kfz-Steuerermäßigung. Die Art der Vergünstigung kann man jederzeit wechseln. Der Sozialverband VdK berät Sie dazu gern.

Nachteilsausgleich: Was kosten die Wertmarken?

Menschen mit Behinderungen können Leistungen in Anspruch nehmen, wenn sie einen amtlichen Ausweis besitzen. Dieser ist grün und hat einen halbseitigen, orangefarbenen Flächenaufdruck und ein Beiblatt mit gültiger Wertmarke. Die Wertmarken sind beim Versorgungsamt erhältlich, das den Schwerbehindertenausweis ausstellt. Die Marken gelten entweder ein Jahr oder ein halbes Jahr und kosten derzeit 80 Euro beziehungsweise 40 Euro.

Doch auch außerhalb des öffentlichen Personennahverkehrs gibt es für behinderte Menschen Vergünstigen durch den Nachteilsausgleich, etwa bei der Deutschen Bahn. So erhalten Schwerbehinderte mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 70 die BahnCard 25 und BahnCard 50 zum ermäßigten Preis. Gehhilfen werden in allen Zügen und Bussen unentgeltlich befördert, wenn die technischen Voraussetzungen der Fahrzeuge das erlauben.

Reisen mit Merkzeichen „B“: Muss man für die Begleitperson oder den Assistenzhund zahlen?

Reisende mit dem Merkzeichen „B“ (Begleitung erforderlich) in ihrem Schwerbehindertenausweiskönnen entweder eine Begleitperson und/oder ihren Assistenzhund kostenfrei im Nahverkehr und Fernverkehr mitnehmen. Für Fahrgäste mit körperlichen, kognitiven oder Sinnesbehinderungen hat die Bahn die Mobilitätsservice-Zentrale (MSZ) eingerichtet. Hier unterstützen DB-Mitarbeiter Reisende bei der gesamten Planung ihrer Bahnreise.

Allein im Jahr 2016 wurden von der MSZ mehr als 660.000 Hilfen organisiert. Voraussetzung dafür ist die Voranmeldung der Fahrt bei der MSZ bis 20 Uhr des Vortags. Dies kann telefonisch, über das Internet, per Fax oder E-Mail erfolgen. Telefon (01 80) 6 51 25 12 (täglich von 6 bis 22 Uhr), Fax (01 80) 5 15 93 57, per E-Mail an msz@deutschebahn.com oder im Internet unter bahn.de/barrierefrei

Bei der Lufthansa zum Beispiel kann ein Passagier mit Behindertenausweis und dem Merkzeichen „B“ auf innerdeutschen Strecken eine Begleitperson unentgeltlich mitnehmen. Der Ticketpreis entfällt für die Begleitperson, Steuern und Gebühren müssten aber bezahlt werden. Das gilt auch für Reisen mit dem Fernbus „Flix bus“.

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VdK-TV: Nachteilsausgleiche für Menschen mit Behinderung (Teil 1/UT)

Menschen mit Behinderung haben Anspruch auf bestimmte Nachteilsausgleiche. Welche dies sind und wer Anspruch hat, erklären wir in unserer Serie über den Nachteilsausgleich.

Quelle:

Wirkstoff aus dem Dornhai mindert Verklumpungen

Ein ursprünglich aus dem Dornhai stammender Naturstoff kann die für Parkinson typischen Ablagerungen in Hirnzellen verhindern, wie erste Tests in Zellkulturen zeigen. Das Squalamin besetzt Bindungsstellen für das Protein Alpha-Synuclein, hindert es am Verklumpen und mindert seine Giftwirkung. Sollte sich diese Wirkung in weiteren Tests bestätigen, könnten das Squalamin oder ein verwandter Wirkstoff zumindest einige Symptome von Parkinson lindern helfen, sagen die Forscher. Weiterlesen

Niacin gegen Zelluntergang

Berlin – Niacin (Nicotinsäure), ein Vitamin aus dem B-Komplex, kann möglicherweise das Absterben von dopaminhaltigen Neuronen stoppen und künftig ein Wirkstoffkandidat für die Therapie des Morbus Parkinson sein. Das haben Tübinger Wissenschaftler in internationaler Zusammenarbeit mit weiteren Kollegen herausgefunden.

Im vergangenen Jahr machten Forscher des Hertie-Instituts für klinische Forschung (HIH) die Entdeckung, dass die Funktionsfähigkeit der Mitochondrien bei der Pathogenese des Parkinson eine Rolle spielen könnte. Sie untersuchten Zellen eines an Parkinson erkrankten Patienten und beobachteten, dass ein wichtiges Protein namens TRAP1 (tumour necrosis factor type 1 receptor associated protein) fehlt, das die Energiegewinnung in den Mitochondrien reguliert. Das Vorhandensein dieses Eiweißmoleküls schützt vor einer mitochondrialen Dysfunktion.

„In unserer Studie wollten wir untersuchen, ob die beschädigten Mitochondrien nur eine Begleiterscheinung oder Auslöser der Parkinsonerkrankung sind“, sagt Studienleiterin Dr. Michela Deleidi vom HIH zum Ziel der aktuellen Studie. Um das zu prüfen, entnahmen die Wissenschaftler Hautzellen von Parkinsonpatienten. Diese stimulierten sie so, dass zunächst Stammzellen aus ihnen entstanden, die sich dann zu Neuronen weiterentwickelten. Die Zellen hatten einen Defekt im häufigsten Risikogen für Parkinson, dem sogenannten GBA-Gen. Die Funktion ihrer Mitochondrien und ihre Energieproduktion waren in diesen Nervenzellen beeinträchtigt.

Im nächsten Schritt versuchten die Forscher, die Bildung neuer Mitochondrien anzukurbeln. Für diesen Prozess ist das Coenzym NAD (Nicotinamid-Adenenin-Dinucleotid) von Bedeutung. Den Zellen wurde die Vorstufe des Coenzym, Nicotinamid-Ribosid, zugeführt. In der Folge nahm der NAD-Spiegel in den Zellen zu. „Der Energiehaushalt in den Nervenzellen verbesserte sich stark. Es bildeten sich neue Mitochondrien und die Energieproduktion erhöhte sich“, erzählt Deleidi.

Danach wurde die Wirkung dieser Substanz bei Fliegen untersucht. Bei Labortieren mit einem GBA-Gendefekt kommt es ähnlich wie beim Menschen zu einer dopaminergen Neurodegeneration; mit steigendem Alter können sie schlecht laufen und klettern. Die Forscher unterteilten sie in zwei Gruppen: Gruppe 1 erhielt Nicotinamid-Ribosid, Gruppe 2 nicht. „Der Wirkstoff erzielte auch hier eine positive Wirkung: Bei den behandelten Fliegen starben viel weniger Nervenzellen ab als bei den unbehandelten.“ Die Fliegen hatten zudem ein längeres Bewegungsvermögen. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass der Verlust von Mitochondrien tatsächlich eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Parkinson spielt“, fasst Deleidi zusammen. „Die Gabe von Nicotinamid-Ribosid könnte ein neuer Therapieansatz sein.“ Künftigen seien Untersuchungen an Patienten geplant. „Andere Studien haben gezeigt, dass er von gesunden Versuchspersonen gut vertragen wird und auch bei ihnen den Energiestoffwechsel ankurbelt“, so Deleidi. Die Studienergebnisse sind im Fachjournal „Cell Reports“ nachzulesen.

Morbus Parkinson kann bislang nur symptomatisch therapiert werden. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch den Untergang dopaminerger Neuronen. Die vier Hauptsymptome sind Rigor, Bradykinese bin hin zu Akinese, Tremor sowie posturale Instabilität. Therapeutisch kommt derzeit in erster Linie Levodopa, die Dopamin-Vorstufe, zum Einsatz. Weiterhin können Dopaminrezepor-Agonisten wie Ropinirol und Pramipexol, Muscarinrezeptor-Antagonisten wie Biperiden, MAO-B-Hemmer (Selegilin, Rasagilin), COMT-Hemmer (Entacapon, Tolcapon), NMDA-Antagonisten (Amantadin) sowie Anticholinergika eingesetzt werden.

In Deutschland gibt es etwa 220.000 Parkinson-Patienten. Jährlich erkranken etwa 11 bis 19 Personen pro 100.000 Einwohner neu. Die Erkrankung betrifft vor allem bestimmte Teile des Gehirns. Diese Hirnbereiche weisen einen Mangel an Dopamin auf, da Dopamin-haltige Neuronen nach und nach absterben. Die Ursachen dafür sind nicht geklärt. Hirnbereiche mit den Nervenzellen, die den Botenstoff enthalten, kontrollieren willkürliche und unwillkürliche Bewegungen. Bewegungsstörungen sind daher typisch für die Erkrankung, dessen Hauptsymptome Akinese, Ruhetremor, Rigor, Stand- und Gangunsicherheit sowie Verlust der Stell- und Halterreflexe sind.

Quelle: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pharmazie/parkinson-niacin-gegen-zelluntergang/

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Barrierefreies Reisen in Baden-Württemberg

Die Angebote rund um einen uneingeschränkten Erholungsurlaub im Süden sind in der Broschüre „Baden-Württemberg barrierefrei erleben“  zusammengestellt. Für eine bessere Übersicht sind die Unterkünfte, Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten nach Regionen geordnet.

Auf der Internetseite der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMBW) sind barrierefreie Unterkünfte, Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten jeweils als barrierefreie Angebote gekennzeichnet. Ebenso lassen sich in den verschiedenen Themenbereichen barrierefreie Angebote als Suchergebnisse filtern.

Barrierefrei Wandern in Baden-Württemberg

Neben dem Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg setzen sich auch immer mehr touristische Partner dafür ein, Baden-Württembergs attraktive Naturlandschaften für alle Personengruppen erlebbar zu machen. Eine Auswahl barrierefreier Wanderwege finden Sie hier:

Barrierefrei Wandern in Baden-Württemberg  (pdf – 2,76 MB)

Quelle: https://www.tourismus-bw.de/Reiseplanung/Barrierefreies-Reisen

700 Todesfälle wegen Nuplazid?

Nuplazid sollte gegen Halluzinationen und Sinnestäuschungen helfen, die im Zusammenhang einer Parkinson-assoziierten Psychose auftreten. Der Wirkstoff hatte in einer sechswöchigen Studie mit 200 Teilnehmern im Vergleich zum Placebo derart gute Ergebnisse erzielt, dass er in Anbetracht mangelnder Alternativmedikamente den Status eines Therapiedurchbruchs erhalten hatte. Weiterlesen

Pestizide und Schädigungen des Nervensystems

Zahlreiche Pestizide, insbesondere Insektizide, sind eigens darauf ausgerichtet, die Nervensysteme von Schädlingen anzugreifen. Deshalb können diese Substanzen auch für Nichtzieltiere neurotoxisch sein, darunter (in einigen Fällen) den Menschen und andere Säugetiere (Bjørling­Poulsen et al. 2008). Die Auswirkungen einer signifikanten Pestizidexposition bei Kindern auf die Entwicklung des Nervensystems sind gut dokumentiert. Über den Zusammenhang zwischen Pestiziden und bestimmten neurodegene­rativen Erkrankungen bei Erwachsenen ist weniger bekannt, man geht jedoch davon aus, dass das Auftreten dieser Erkrankungen möglicherweise auf eine Kombination aus Umweltfaktoren und geneti­scher Prädisposition zurückzuführen ist. Weiterlesen

Depression und Parkinson

Depression ist bei Parkinson häufig: Bis zu 50 Prozent der Menschen können irgendwann, sogar Jahre vor der Diagnose, an Depressionen leiden. Wenn sie signifikant und insbesondere unerkannt und unbehandelt sind, können Depressionen lästiger und belastender sein als Parkinson-Symptome. Weiterlesen

Wie viele Spritzmittel im Südwesten ausgebracht werden, weiß niemand

– das ist ein Skandal!
Kommentar von Thomas Faltin aus der Stuttgarter Zeitung vom 27. Juni 2018

Es ist nicht an der Zeit, den Teufel an die Wand zu malen – noch nicht. Denn die Landeswasserversorgung hat bisher nur vereinzelt Pestizid in Bächen und Gräben des Donaurieds gefunden, und nicht immer wird der Grenzwert überschritten. Aber es ist das erste Warnzeichen, dass etwas nicht stimmt in den Gewässern im Osten des Landes.

Beunruhigend ist dagegen schon, dass sogar in der Donau hohe Werte an Glyphosat festgestellt wurden. Normalerweise schaffen es die Flüsse, die Schadstoffe ausreichend zu verdünnen. Die Landesanstalt für Umwelt, die ständig die Flüsse überwacht, wird jedenfalls nur selten fündig.

Dass dies alles in einem Gebiet geschieht, in dem Trinkwasser für drei Millionen Menschen gewonnen wird, müsste bei allen Verantwortlichen die Alarmsirenen aufheulen lassen. Bei der Landeswasserversorgung ist das auch der Fall, doch die Landratsämter und das Ministerium machen eher den Eindruck, dass sie genervt sind vom neuerlichen Vorstoß des Wasserversorgers und deshalb Anfragen abbügeln. Es ist schon befremdlich und sicher nicht im Sinne der Bürger, dass es die Behörden nicht für nötig halten, den Fakt – Glyphosatfunde in der Donau – auch nur zu kommentieren, geschweige denn über Maßnahmen nachzudenken. Stattdessen wird allgemeiner Kanzleitrost versandt.

Inakzeptabel ist vor allem die vollkommene Intransparenz, was Pflanzenschutzmittel betrifft. Es gibt niemanden im Land, der weiß, welche und wie viele Spritzmittel ausgebracht werden. Es existiert nur eine bundesweite Verkaufsstatistik, die regional nichts nutzt. Und die Bauern müssen ihren Verbrauch zwar dokumentieren, aber nur bei Kontrollen offenlegen. Eine zentrale anonyme Erfassung: Fehlanzeige.

Der Minister Peter Hauk (CDU) will zwar eine größere Transparenz prüfen – aber nach seiner Reaktion bei der Vorstellung des Pestizidberichts des Nabu ist klar, dass er daran kein wirkliches Interesse hat. Dabei geht es nicht darum, auf die Bauern einzuprügeln, sie haben das Recht, Pflanzenschutzmittel auszubringen. Es geht vielmehr um eine gesellschaftliche Diskussion über die Folgen – und für eine solche Debatte sind möglichst viele Fakten die grundlegende Voraussetzung.

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