Archiv für den Monat: September 2016

Jedes Medikament zu seiner Zeit

Tipps der Parkinson Nurses und Assistenten e.V. (VPNA) zu der Einnahme von Parkinson-Medikamenten

Die ideale Medikamententherapie bei Parkinson wird maßgeschneidert und im Verlauf der Erkrankung immer wieder angepasst. Besonders zählen dabei die Kombination der Präparate und die Einnahmezeiten.

Die einzelnen Medikamente unterscheiden sich in Wirkstoffzusammensetzung und Wirk-stoffmenge. Darum lassen sich zum Beispiel auch einige Tabletten nicht einfach teilen oder auflösen. Beachten Sie daher die Einnahmevorschriften und lesen Sie sich den Beipackzettel genau durch.

Achten Sie auch auf den richtigen Zeitabstand zwischen der Medikamenteneinnahme und den Mahlzeiten. L-Dopa-Präparate sollten 30 Minuten vor oder 60 Minuten nach dem Essen eingenommen werden. Sonst könnte das Eiweiß in der Nahrung ihre Wirkung beeinflussen. Nehmen Sie L-Dopa nicht gemeinsam mit Eisenpräparaten ein. Empfohlen wird hier ein Abstand von zwei Stunden. Sprechen Sie den Arzt oder die Parkinson Nurse an, wenn Sie Fragen zum Thema Medikamenteneinnahme und Ernährung haben.

Wirkschwankungen vorbeugen

Damit die Medikamente möglichst gleichmäßig wirken, wird die Einnahme auf verschiedene Tageszeiten verteilt. Ganz ausschließen lassen sich Schwankungen in ihrer Wirkung jedoch nicht. Sie können zu Überbewegungen führen oder die Bewegungsfähigkeit einschränken. Wir empfehlen in solchen Fällen, ein Tagebuch zu führen. Vermerken Sie darin, wann Sie die Medikamente eingenommen haben, wann danach Wirkschwankungen aufgetreten sind und was Sie zu diesem Zeitpunkt gerade getan haben. Machen Sie sich auch Notizen zu Ihrem Stuhlgang. Bei Verstopfung bleiben die Medikamente im Magen liegen, statt über den Dünndarm ins Blut und ins Gehirn zu gelangen. Mithilfe Ihrer Aufzeichnungen kann der Arzt die Wirksamkeit der Medikamente überprüfen und gegebenenfalls neue Einnahmezeiten festlegen. Sie können ihn auch darauf ansprechen, Ihnen ein schnell wirksames Notfallmedikament gegen die Wirkschwankungen zu verschreiben.

Jederzeit gut versorgt

Damit Sie lückenlos mit Ihren Medikamenten versorgt sind, ist ein ausreichend großer Vorrat ratsam. So können Sie mögliche Lieferengpässe Ihrer Apotheke oder Klinikzeiten überbrücken. Tragen Sie zudem immer einen aktuellen Plan mit Ihren Parkinson-Medikamenten bei sich, wenn Sie aus dem Haus gehen. Vermerken Sie darin auch die Telefonnummer eines Ansprechpartners, der im Notfall kontaktiert werden kann. [ bk ]

Quelle: PARKOUR 09 | Sept. – Nov. 2016, S. 17

Parkinson-Patienten sollten exakten Einnahmezeitpunkt der Medikamente beachten

Ein Mangel an Dopamin ist im Wesentlichen für die verlorene Kontrolle der Muskeln und in der Folge für alle weiteren Symptome der Parkinson-Erkrankung, wie beispielsweise Zittern, Bewegungsverlangsamung oder Muskelsteife, verantwortlich.

Ein Mangel an Dopamin ist im Wesentlichen für die verlorene Kontrolle der Muskeln und in der Folge für alle weiteren Symptome der Parkinson-Erkrankung, wie beispielsweise Zittern, Bewegungsverlangsamung oder Muskelsteife, verantwortlich. Der Großteil der Parkinson-Patienten erhält den Wirkstoff Levodopa (L-Dopa) oder Medikamente aus der Gruppe der so genannten Dopamin-Agonisten. Sie gleichen den Mangel des körpereigenen Botenstoffs Dopamin aus. Für diese Patientengruppe ist die pünktliche und korrekte Einnahme der Medikamente enorm wichtig. Es gilt, Wirkungsschwankungen oder auch einen Wirkungsverlust zu vermeiden, um die Bewegungs- und Handlungsfähigkeit lückenlos zu gewährleisten. Betroffene sollten sich über die genauen Einnahmezeitpunkte mit ihrem behandelnden Arzt oder auch einem Apotheker besprechen und gegebenenfalls auch Einnahmehilfen nutzen. „Bei manchen Parkinson-Patienten können schon kurze Verschiebungen bei der Medikamenten-Einnahme lange Phasen von Unbeweglichkeit verursachen. Wirkungsschwankungen durch unregelmäßige Tabletteneinnahme sollten daher möglichst vermieden werden“, rät Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN) in Krefeld. „Allgemeine Dosierempfehlungen wie dreimal täglich eine Tablette sind oft zu ungenau. Besser ist es, über die exakten Einnahmezeitpunkte Bescheid zu wissen, sich die genauen Zeitangaben zu notieren und diese beizubehalten.“ Hilfreich für eine pünktliche Medikamenteneinnahme können auch Erinnerungshilfen sein. Dabei handelt es sich um Tablettenboxen mit einer digitalen Erinnerungstechnik. Mittlerweile sind auch einige Apps auf dem Markt, um sich via Smartphone an die Medikamenteneinnahme erinnern zu lassen.

Levodopa nicht gleichzeitig mit Mahlzeiten einnehmen

L-Dopa besitzt große Ähnlichkeit zu Eiweißbausteinen. Es kann mit Eiweißbestandteilen aus der Nahrung um die Aufnahme durch den Magen-Darm-Trakt konkurrieren. Daher kann es passieren, dass eingenommenes L-Dopa nicht vollständig ins Blut gelangt, wenn in einem bestimmten Zeitfenster gleichzeitig eiweißreiche Nahrung verzehrt wird. „L-Dopa-Medikamente müssen daher mindestens eine halbe Stunde vor oder 90 Minuten nach dem Essen eingenommen werden“, rät Dr. Bergmann. „Patienten sollten die Packungsbeilage genau beachten und sich bei Unklarheiten mit dem Arzt oder einem Apotheker besprechen.“ Dopamin-Agonisten sollten hingegen stets mit einer Mahlzeit oder einem kleinen Imbiss eingenommen werden. Anders als beim L-Dopa ist eine Beeinträchtigung der Aufnahme durch eiweißreiche Kost nicht zu erwarten.

Morbus Parkinson gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems. Männer und Frauen sind etwa gleichhäufig betroffen. Das Durchschnittsalter bei Diagnosestellung beträgt 60 Jahre. Allerdings ist manifestiert sich die Erkrankung bei ca. 10 Prozent der Betroffenen bereits vor dem 40. Lebensjahr. Die Wahrscheinlichkeit, ein Parkinson-Syndrom zu entwickeln, wächst mit steigendem Lebensalter: 1 Prozent der 60-Jährigen und 3 Prozent aller 80-Jährigen leiden an der neurologischen Erkrankung.

Quelle: https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/ratgeber-archiv/meldungen/article/parkinson-patienten-sollten-exakten-einnahmezeitpunkt-der-medikamente-beachten/